Englisch ist die Sprache der internationalen Wirtschaft und Wissenschaft. Deutsche Unternehmen präsentieren sich auf Englisch, Forschende veröffentlichen in englischsprachigen Fachzeitschriften, Start-ups pitchen vor internationalen Investoren. Die meisten Beteiligten sprechen gut Englisch. Trotzdem merken englische Muttersprachler oft schon nach wenigen Sätzen, dass ein Text aus Deutschland stammt.
Das liegt selten an groben Fehlern. Es sind die kleinen Eigenheiten, die einen Text fremd wirken lassen und seine Überzeugungskraft schwächen.
Denglisch und falsche Freunde
Viele Wörter sehen im Deutschen und Englischen ähnlich aus, bedeuten aber etwas anderes. «Eventually» heisst schliesslich, nicht eventuell. «Actual» bedeutet tatsächlich, nicht aktuell. «Become» heisst werden, nicht bekommen. «Sensible» bedeutet vernünftig, nicht sensibel. Auch Scheinanglizismen sorgen für Verwirrung: Ein «Handy» heisst im Englischen mobile phone, ein «Beamer» ist ein projector, und «Public Viewing» bezeichnet im englischen Sprachraum etwas ganz anderes als im Deutschen.
Solche Fehler fallen Muttersprachlern sofort auf und lenken vom Inhalt ab.
Satzbau und Textstruktur
Deutsche Texte arbeiten gern mit langen, verschachtelten Sätzen und Nominalstil. Im Englischen wirkt das schwerfällig. Englische Leser erwarten kürzere Sätze, aktive Verben und eine klare Struktur, bei der die wichtigste Aussage am Anfang steht. Wer einfach Satz für Satz überträgt, erhält einen grammatisch korrekten, aber mühsam lesbaren Text.
Auch Höflichkeit funktioniert anders. Deutsche E-Mails und Anschreiben wirken auf Englischsprachige mitunter zu direkt, englische Formulierungen auf Deutsche dagegen manchmal zu umständlich. Gute Übersetzer passen den Ton an die Erwartungen der Zielgruppe an.
Britisches oder amerikanisches Englisch
Ein häufig übersehener Punkt ist die Variante. Britisches und amerikanisches Englisch unterscheiden sich in Rechtschreibung, Wortschatz und Zeichensetzung: colour oder color, organise oder organize, flat oder apartment. Ein Text sollte einheitlich einer Variante folgen. Für Fachzeitschriften und internationale Kunden legt man die Variante am besten vor Beginn der Arbeit fest.
Wann eine professionelle Lösung sinnvoll ist
Für interne Notizen reicht oft das eigene Englisch. Für alles, was nach aussen geht, lohnt sich eine professionelle englisch übersetzung durch Muttersprachler. Das gilt insbesondere für Websites und Unternehmensbroschüren, Geschäftsberichte und Investorenpräsentationen, Verträge und allgemeine Geschäftsbedingungen, wissenschaftliche Artikel und Förderanträge sowie technische Dokumentationen für internationale Kunden.
Übersetzen oder korrigieren lassen
Viele Forschende und Fachleute schreiben ihre Texte direkt auf Englisch. Dann ist keine vollständige Übersetzung nötig, sondern ein sprachliches Lektorat oder Korrektorat. Ein muttersprachlicher Korrektor prüft Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Stil, ohne den Inhalt zu verändern. Was diese Tätigkeit umfasst, beschreibt der Artikel zum Beruf des Korrektors.
Ein gutes Lektorat macht aus einem verständlichen Text einen überzeugenden. Gerade bei Einreichungen in Fachzeitschriften kann das über Annahme oder Ablehnung mitentscheiden.
Besonderheiten wissenschaftlicher Texte
Wissenschaftliches Englisch folgt eigenen Konventionen. Zeitformen werden je nach Abschnitt unterschiedlich eingesetzt, Aussagen werden vorsichtig formuliert, und Fachbegriffe müssen dem Sprachgebrauch der jeweiligen Disziplin entsprechen. Zusätzlich haben viele Zeitschriften eigene Stilvorgaben. Ein Lektor mit Erfahrung im Fachgebiet kennt diese Anforderungen und spart Autoren mehrere Überarbeitungsrunden.
Zahlen, Daten und Einheiten
Kleine formale Unterschiede werden oft übersehen. Im Englischen ist der Punkt das Dezimaltrennzeichen und das Komma trennt Tausender, im Deutschen ist es umgekehrt. Datumsangaben folgen je nach Variante unterschiedlichen Reihenfolgen. Auch Anführungszeichen und Bindestriche werden anders gesetzt. In Tabellen und Grafiken können solche Abweichungen zu echten Missverständnissen führen.
Zusammenarbeit mit dem Übersetzungsteam
Je mehr Kontext Sie liefern, desto besser das Ergebnis. Nennen Sie Zielgruppe, Verwendungszweck und gewünschte Variante. Stellen Sie vorhandene englische Texte, Glossare und Stilvorgaben zur Verfügung. Bei regelmässigen Aufträgen sorgt ein gemeinsames Glossar dafür, dass Produktnamen, Abteilungsbezeichnungen und Fachbegriffe immer gleich übersetzt werden.
Maschinelle Übersetzung mit Vorsicht nutzen
Viele greifen inzwischen zu maschinellen Übersetzungsprogrammen, um deutsche Texte schnell ins Englische zu bringen. Das Ergebnis klingt oft erstaunlich flüssig. Gerade deshalb fallen Fehler weniger auf. Programme übernehmen falsche Freunde, verwechseln Fachbegriffe oder glätten vorsichtige Formulierungen zu zu starken Aussagen. In wissenschaftlichen Texten kann aus «deutet darauf hin» schnell «beweist» werden, was Gutachter kritisch sehen. Wer maschinelle Vorschläge nutzt, sollte das Ergebnis immer von einem muttersprachlichen Fachlektor prüfen lassen.
Ausserdem sollten vertrauliche Inhalte, etwa unveröffentlichte Forschungsergebnisse oder Vertragsentwürfe, nicht in kostenlose Online-Dienste kopiert werden. Deren Nutzungsbedingungen erlauben oft die Speicherung und Weiterverwendung der Texte.
Typische Fehler in Bewerbungen und Präsentationen
Auch persönliche Unterlagen profitieren von professioneller Hilfe. Englische Lebensläufe folgen anderen Konventionen als deutsche: Fotos, Geburtsdatum und Familienstand gehören in vielen englischsprachigen Ländern nicht hinein, dafür werden Erfolge stärker hervorgehoben. Präsentationsfolien brauchen knappe, aktive Formulierungen statt langer Sätze. Ein Muttersprachler erkennt solche Unterschiede sofort und passt Inhalt und Form an die Erwartungen der Leser an.
Kosten und Zeit realistisch planen
Ein Lektorat ist in der Regel deutlich günstiger und schneller als eine vollständige Übersetzung. Für einen Fachartikel von etwa 6.000 Wörtern sollten Sie dennoch einige Arbeitstage einplanen, bei Rückfragen entsprechend mehr. Wer Fristen von Zeitschriften oder Förderprogrammen einhalten muss, sollte das Lektorat deshalb frühzeitig buchen.
Ein starker Auftritt in der Weltsprache
Gutes Englisch öffnet Türen zu Kunden, Partnern, Investoren und Fachzeitschriften. Wer seine englischen Texte von Profis übersetzen oder korrigieren lässt, präsentiert sich souverän und vermeidet Missverständnisse. Der Aufwand ist überschaubar, der Gewinn an Glaubwürdigkeit dagegen erheblich.
